Der Klimawandel kann die meisten menschlichen Krankheiten verschlimmern

Der Klimawandel kann die meisten menschlichen Krankheiten verschlimmern

Polio ist zurück, Affenpocken werden nicht langsamer, COVID-19 ist immer noch da – und jetzt gibt es weitere nicht so gute Nachrichten an der Infektionsfront: Über 200 menschliche Krankheiten könnten sich aufgrund des Klimawandels verschlimmern, so a neue Studie.

Forscher wissen seit langem, dass sich der Klimawandel auf Krankheiten auswirkt. Wärmere Temperaturen können Regionen für krankheitsübertragende Mücken neu gastfreundlich machen, während Überschwemmungen durch häufigere Stürme Bakterien in ihren Wasserwellen tragen können.

Die meisten Forschungen konzentrierten sich jedoch jeweils nur auf eine Handvoll Bedrohungen oder eine Krankheit. Die neue Studie, erschienen in Natur Klimawandelerstellte eine umfassende Karte aller Möglichkeiten, wie verschiedene Klimagefahren mit 375 dokumentierten menschlichen Infektionskrankheiten interagieren könnten.

Die Autoren überprüften über 77.000 wissenschaftliche Artikel über diese Krankheiten und Klimagefahren. Sie fanden heraus, dass von diesen 375 Krankheiten 218 durch Dinge wie Hitzewellen, steigende Meeresspiegel und Waldbrände verschlimmert werden konnten.

Die Studie fand vier Hauptwege, auf denen der Klimawandel Krankheiten verschlimmert. Erstens treten Probleme auf, wenn Veränderungen dazu führen, dass krankheitsübertragende Tiere näher an Menschen heranrücken. Beispielsweise werden die Lebensräume von Tieren durch Waldbrände zerstört, die Fledermäuse und Nagetiere in neue Gebiete treiben und die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass sie Krankheiten wie Ebola auf Menschen übertragen. Andere Untersuchungen zeigen, dass der Klimawandel dazu führt, dass Viren eher von Tieren auf Menschen überspringen, wie es beim Coronavirus der Fall ist, das COVID-19 verursacht. Dieses Phänomen hat wahrscheinlich auch zu den Zika-Ausbrüchen von 2016 beigetragen.

Menschen nähern sich bei klimabedingten Ereignissen auch krankheitsverursachenden Tieren. Krankheiten wie Cholera und Lassa-Fieber wurden mit der menschlichen Bewegung nach Stürmen und Überschwemmungen in Verbindung gebracht. Drittens geben Klimagefahren auch Krankheitserregern Auftrieb – wie zum Beispiel, wie krankheitsübertragende Mückenpopulationen bei wärmeren Temperaturen wachsen. Schließlich führen Klimaänderungen dazu, dass Menschen weniger in der Lage sind, mit Krankheiten fertig zu werden. Beispielsweise können große Temperaturschwankungen das menschliche Immunsystem schwächen, was der Grund für Grippeausbrüche sein könnte.

Wenn Sie sich genau alle betroffenen Krankheiten genauer ansehen möchten, haben die Studienautoren eine erstellt interaktiv Diagramm, das jede Krankheit mit den Klimagefahren verbindet, die sie verstärken. So können Sie beispielsweise sehen, wie Dürren, Brände und Überschwemmungen dazu führen, dass durch Sandfliegen verursachte Gesundheitsprobleme – einschließlich Fieber und parasitären Hauterkrankungen – häufiger auftreten. Glückliches (oder nicht so glückliches) Scrollen!

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